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Übung "Gopher Hole": Training am Golan (09. - 10.09.2008)
Die Übungsserie "Gopher Hole" ist fixer Bestandteil des Trainings der österreichischen Blauhelm-Soldaten auf den Golanhöhen. Die Serie ist Teil eines Übungsplanes, der dafür sorgt, dass der hohe Ausbildungsstand der UN-Soldaten erhalten bleibt. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Peacekeeper jederzeit bereit sind, auf neue Situationen schnell und professionell reagieren.
Ehrgeiziges Ziel
Für die nun abgehaltene Übung hatte sich Oberstleutnant Hans-Peter Hohlweg, der Kommandant des österreichisch-kroatischen UN-Bataillons, ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Zu testen, ob die Soldaten seines Bataillons auch bei unvorhergesehenen Ereignissen in der Lage sind, Aufträge ohne Probleme zu erfüllen.
Schusswechsel mit Folgen
Die Übung begann für das Bataillon mit einem Schusswechsel, bei dem Personen der dargestellten "Konfliktparteien" verletzt wurden. Weil die kroatische Kompanie schnell reagierte, gelang es zu verhindern, dass die Lage noch weiter eskalierte. Trotzdem wurden weitere Reserven alarmiert, um ausreichend Soldaten zur Beruhigung der Lage vor Ort zu haben.
Soldaten beruhigen Situation
Diese Verstärkungen waren auch nötig, denn schon bald hetzten in der Nähe einer der UN-Positionen radikale Rädelsführer die Menge so weit auf, dass es zu weiteren Ausschreitungen und Verletzten kam. Der Einsatz der UN-Campfeuerwehr, aller Sanitätskräfte und Reserven des österreichischen Bataillons führten schließlich dennoch zum Erfolg: Die Soldaten konnten die Situation erneut unter Kontrolle bringen und beruhigen.
Realitätsnahe Übungen
Parallel zur Übung erledigten die Bundesheer-Soldaten und ihre Kameraden aus anderen Nationen ihre militärischen Aufgaben ohne Verzögerungen. Um das Training so realitätsnahe wie möglich zu gestalten, wurde es unmittelbar in den täglichen Dienstbetrieb integriert.
Übung "Gopher Hole": Soldaten testen neues Einsatzkonzept
Unerwartet verlief der zweite Tag der Übung "Gopher Hole" für die Soldaten des österreichischen UN-Bataillons am Golan: Die Kompanien in der Überwachungszone erhielten den Auftrag, Nachtpatrouillen auszusenden, die vor allem jene Bereiche überwachen sollten, an denen es am Vortag zu Unruhen gekommen war. Mit Infarot- und Wärmebild-Nachsichtgeräten ausgestattet, observierten die Patrouillen diese "Hotspots" rund um die Uhr.
Panzer für die Stabskompanie
Mehrere Drohungen gegen das Bundesheer-Kontingent veranlassten Oberstleutnant Hans-Peter Hohlweg, den Kommandanten des Bataillons, jedoch dazu, seine Befehle zu ändern. Er ordnete seinen Kompaniekommandanten an, die Truppeneinteilung zu ändern und die Stabskompanie mit M-113 Mannschaftstransportpanzern zu verstärken. In Zusammenarbeit mit dem japanischen Kontingent wurden die Panzer im Konvoi in das Camp der Österreicher transportiert.
Gesamtes Personal im Einsatz
Zur Verstärkung der Camptore installierten die Soldaten große Schiffscontainer, die als zusätzliche Einfahrtsschleusen dienten. Über Funk befahl Hohlweg außerdem allen Kompanien, zusätzliche Kräfte aufzubieten und sofort mit einer der Situation angepassten Ausbildung der Soldaten zu beginnen. Das verfügbare Personal kam voll zum Einsatz: zusätzliche Wachstreifen nahmen ihren Dienst auf und auch die Ausbildung von neuen Eingreif-Trupps begann.
Befehlsstelle im Bunker
Der Bataillonsstab, also die Kommando-Zelle des Verbandes, richtete seine Befehlsstelle in einem Bunker ein, um einen Ausfall der Führung auf jeden Fall zu verhindern. Die Einsatzfähigkeit des österreichischen Bataillons blieb damit gewährleistet.
Übung "Gopher Hole" geht zu Ende
Der dritte Tag der Übung "Gopher Hole" begann für die Soldaten des österreichisch-kroatischen UN-Bataillons am Golan gegen 5 Uhr morgens mit einem Sirenenalarm: Ein Patrouillenfahrzeug hatte einen Verkehrsunfall in vermintem Gebiet, die Besatzung musste geborgen werden.
Bergung bei Dunkelheit
Eine besondere Herausforderung für alle alarmierten Einsatzkräfte stellte der Umstand dar, dass alle Rettungsmaßnahmen bei Dunkelheit durchzuführen waren - kein Problem für die Spezialisten des Entminungsdienstes und der Camp-Feuerwehr. "Die Minengasse haben wir mit Feuerwehrschläuchen markiert, diese konnte der Wind nicht verblasen. Auf diese Weise konnte sich jeder ungefährdet bewegen und die Unfallopfer bergen", war die gemeinsame positive Bilanz von Vizeleutnant Völkl, Kommandant des Entminungs-Teams, und Wachtmeister Bitto, Einsatzleiter der Camp-Feuerwehr.
Erneuter Alarm
Die Bergung der Unfallopfer blieb jedoch nicht die einzige Aufgabe für die UN-Soldaten. Schon bald gab es wieder Alarm: "Mehrere militärische Konvois bewegen sich auf die Pufferzone zu. Die Absicht dieser Konvois ist es, zu jenem Ort zu gelangen, an dem sich am ersten Übungstag der Schießzwischenfall ereignete", so die Alarmmeldung.
Verstärkung rückt an
Bataillons-Kommandant Oberstleutnant Hans-Peter Hohlweg reagierte sofort: Über Funk postierte er seine Soldaten so, dass ein unerkanntes Eindringen in die Pufferzone kaum möglich war. Außerdem verstärkten Reserve-Einheiten aus polnischen, kroatischen und österreichischen Soldaten zusätzlich ihre eingesetzten Kameraden.
Durchbruch in die Pufferzone
Trotz des hohen Personalaufwandes gelang es sogenannten Übungsdarstellern, die UN-Soldaten zu umgehen und an mehreren Stellen in die Pufferzone zu gelangen. Um Herr der Lage zu bleiben, ließ Oberstleutnant Hohlweg auch Mannschaftstransportpanzer aufmarschieren und Teile des Gebietes hermetisch abriegeln.
Eindringlinge werden gestellt
Schlussendlich gelang es den Soldaten allen Eindringlingen der Weg zu versperren und mit den Rädelsführern Kontakt aufzunehmen. Nach kurzen aber intensiven Verhandlungen konnte der Kommandant des Konvois von seiner ausweglosen Situation überzeugt und mit einer UN-Eskorte aus der Pufferzone gebracht werden.
Neue Anforderungen
Alle Szenarien, die während der Übung "Gopher Hole" trainiert wurden, haben sich tatsächlich in den letzten Monaten im Einsatzgebiet zugetragen. Deshalb verfolgte auch General Wolfgang Jilke, Kommandant aller UN-Soldaten am Golan, das Training mit großer Aufmerksamkeit. Und Bataillons-Kommandant Hohlweg zeigte sich mit den Leistungen seiner Soldaten sehr zufrieden. Hohlweg: "Die Grundidee der Übung entspricht den neuen Anforderungen an die UNDOF-Truppe."
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